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Weihnachtsbriefe





Man freut sich zwar über Weihnachtsbriefe aber im Grunde genommen auch wieder nicht, wenn sie von den Menschen verfasst wurden, die man am Weihnachtsabend viel lieber um sich haben möchte.

Wenn dies natürlich nicht möglich ist, sind solche Briefe wenigstens Trostpflaster für die Seelchen.



Ein Weihnachtsbrief von Frau Rat an Goethe.

Den 8.12.1800

Lieber Sohn!

Künftigen Freytag als den 12ten December schicke ich mit dem Postwagen ein ambalirtes Kistgen, es enthält das Christkindlein vor meine Liebe Tochter und den Lieben Augst - die Ursach warum ich dir dieses zum voraus melde - wirst du leicht einsehen - damit es vorher niemand zu sehen bekommt - und die Freude desto größer ist - den Confect schicke 8 Tage nachher, so gut und schön er zu haben ist - wünsche daß alles wohlbehalten anlangen, und Vergnügen erwecken möge.


( Das deutsche Weihnachtsbüchlein 1919)




Robert Schuhmanns Weihnachtsbrief an Clara.

Wien, den 18 ten Dezember. Mittwoch 1838

"Gott grüß Dich, mein herziges Mädchen. Du hast Frühling um mich gemacht und goldene Blumen gucken mit den Spitzen hervor, mit anderen Worten ich componire seit deinen Briefen, ich kann mich gar nicht lassen vor Musik. Hier hast du mein kleines Angebinde zum heiligen Christ. Du wirst meinen Wunsch verstehen. Weißt Du noch, als Du mir vor drei Jahren am Weihnachtsabend um den Hals fielst? Manchmal war es, als erschreckest Du vor Dir selbst, wenn Du Dich mir so hingabst. Aber jetzt ist es anders und Du ruhest still und sicher an meinem Herzen und weißt, was Du besitzest. Du meine Liebe, meine traute Gefährtin, mein holdes zukünftiges Weib - wenn ich nun in zwei Jahren die Thüre aufmache und Dir Alles zeigen werde, was ich Dir geschenkt, eine Haube, vieles Spielzeug, neue Compositionen, dann wirst Du mir noch ganz anders um den Hals fallen und einmal über das andere ausrufen "wie hübsch, wer einen Mann und vorzüglich wie Dich einen hat". Und ich werde dann Deiner Freude gar keinen Einhalt thun können und Du wirst mich dann in Dein Zimmer führen, wo Du aufgeputzt und bescheert, Dein Bild in Miniatur, eine Schreibtafel zum Componiren, einen zuckernen Pantoffel, den ich gleich esse und Vielerlei; denn Du beschenkst mich viel mehr als ich Dich und ich kenne Dich darauf. Das Glück! Dann werden wir immer stiller, der Christbaum brennt immer schwächer und Küsse sind unser Gebet, daß es immer so bleiben möchte, daß uns der gute Gott zusammen erhalte bis an das Ende.

In diesem Jahr wird es noch freilich traurig um mich sein; ich werde mir manche Melodie summen, ich werde manchmal an das Fenster gehen und hinauf zu den Sternen sehen, wie sie funkeln, ich werde den ganzen Abend bei Dir sein . . .





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