Impressum
 


 
 


Weihnachtstraum





Weihnachten, die Zeit imJahr,in der sich so manche Weihnachtserinnerung aus der Kindheit ins Erwachsenenleben schleicht. Ganz heimlich, man merkt es kaum und plötzlich legt sich ein zartes Lächeln aufs Gesicht und ein Schmunzeln verziert die Mundwinkel. Diese Weihnachtsheimlichkeiten, diese Aufregung am Heilig Abend. Ein letztes Bitten und Betteln - den Blick gen Himmel gerichtet - vielleicht hat das Christkind mich ja reich bedacht!

Hier stelle ich euch den Weihnachtstext -Weihnachten auf fremden Meere- von Ernst von Wildenbruch zur Verfügung

Viel Freude beim Lesen


Weihnachten auf fremden Meere



Über das weite, das dunkle Meer,
Wo keine Brücke und wo kein Steg,
Wandelt schweigend die Weihenacht,
Kommt aus dem deutschen Lande her,
Hat zu wandeln gar weiten Weg,
Hat zu tragen gar schwere Fracht.

Tausend Gedanken aus Hütte und Haus,
Alle in Liebe und Sorge gehegt,
Sind ihr zu tragen auferlegt,
Soll sie bestellen fern da drauß'.

Soll dem Sohne am fernen Strand
Sagen: »Die Mutter denket dein.«
Soll dem Vater im fremden Land
Bote von Weib und Kindern sein.

Weihenacht wandelt treulich, geschwind,
Bis an die ferne, die fremde Bucht;
Weiße Schiffe wiegen im Wind,
Deutsche Schiffe, die sie gesucht.
Weihenacht schwingt sich an Schiffes Bord,
Über den Schiffen wird ein Licht,
Schiffsvolk schlummert, vernimmt sie nicht,
Singend erhebt sich ihr süßes Wort:
Blonder Knabe, dir einen Kuß
Bring' ich vom fernen Muttermund,
Bärtiger Mann, einen süßen Gruß
Tu' ich von Kindern und Weib dir kund.
Schiffsvolk, du deutsches, jung und alt,
Über das dunkle, das pfadlose Meer
Schickt eure Heimat mich zu euch her,
Schickt einen Hauch euch der deutsche Wald.

Schiffsvolk träumend vom Schlaf erwacht:
Was ist geschehen, wer trat herein?
Heut in Deutschland ist Weihenacht,
Ferne Heimat, wir denken dein.
Männer draußen im Wogentanz
Denken heim an den Tannenbaum,
Denken heim an den Lichterglanz,
Jubelnder Kinder singenden Kranz,
Männer, umbrüllt vom Wellenschaum,
Träumen den seligen Weihnachtstraum.
Über das weite, das dunkle Meer,
Wo keine Brücke und wo kein Steg,
Wandelt schweigend die Weihenacht,
Kommt aus dem fernen Lande her,
Hat bis Deutschland gar weiten Weg,
Hat zu tragen gar schwere Fracht.

Grüße an all, die in Hütte und Haus
Heut unterm Baume zusammen sind,
Vater und Mutter und Weib und Kind,
Grüße viel tausend, am Herzen gehegt,
Haben die Männer, die fernen, da drauß'
Ihr zu bestellen auferlegt.

Weihenacht wandelt, es spritzen die Wellen,
Sorgt nicht - sorgt nicht, sie wird's bestellen.


Ernst von Wildenbruch


( Das deutsche Weihnachtsbüchlein 1919)






Seite: Seite 1 - Weihnachtsgedanken   Seite 2 - Weihnachtzeiten   Seite 3 - Zwei Weihnachtslieder   Seite 4 - Der armen Kinder Weihnachtslied  Seite 5 - Weihnachtslied   Seite 6 - Weihnachten auf fremden Meere   Seite 7 - Weihnachte   Seite 8 - Der gleitende Pupur  Seite 9 - Die Legende vomTannenbaum  Seite 10 - Die Mutter am Christabend   Seite 11 - Friede auf Erden

 

Die Geburt

   Weihnachtsevangelium
   Weihnachtslieder
   Weihnachtserzählung
   Mechtild v. Magdeburg

Erlebte Weihnachten

   Weihnachtsbriefe
   Weihnachtsgeschichten
   Weihnachtsgedanken

Weihnachtsessen

   Suppen
   Fleischgerichte
   Beilagen
   Nachspeisen

Weihnachtsgebäck

   Kuchen
   Kleingebäck

Weihnachtsgedichte

   Nikolausgedichte
   Heilige Nacht
   Weihnachtszeit



   Internet





Weihnachtsgedichte.co
copyright © 2011, carmen jakel



Weihnachtsgedichte.co - Weihnachtsgedanken: Christkind, Weihnachtstraum, Weihnachtsstern - Weihnachten auf fremden Meere - von Ernst von Wildenbruch