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Weihnachtsgedanke





Weihnachten, die Zeit imJahr,in der sich so manche Weihnachtserinnerung aus der Kindheit ins Erwachsenenleben schleicht. Ganz heimlich, man merkt es kaum und plötzlich legt sich ein zartes Lächeln aufs Gesicht und ein Schmunzeln verziert die Mundwinkel. Diese Weihnachtsheimlichkeiten, diese Aufregung am Heilig Abend. Ein letztes Bitten und Betteln - den Blick gen Himmel gerichtet - vielleicht hat das Christkind mich ja reich bedacht!

Hier stelle ich euch den Weihnachtstext -Weihnachte- von Cäsar Fleischlen zur Verfügung

Viel Freude beim Lesen


Weihnachte



Weihnachte - - jo!...
ond ist ma no so weit
en d'r Fremde drussen,
ond ist man älleweil lustig gwä,
ond hot blos selten emöl zruckdenkt
an sei Hoimet,
an sei alts Müeterle
mit graue Hoor
ond zittrige Händ,
ond hot ma nie Hoimweh ghett -
- - -
do uf oimol kommts;
ond s leidt oin nemme,
ond lößt oim koi Rueh meh,
ond ma will hoim . . . hoim!
ond zruck . . . zruck:
en sei Hoimet
zu feiere Mueter . . .
en sei Kendheit . . .
Ma möcht en Christbaum han
ond net bei Fremde . . .
Noi, derhoim:
en dem enge kloine Stüble
mit dene alten Möbel aus Großvatters Zeite,
dene fleckige Napoleo'bilder an de Wänd,
ond dene altmodische Photographiee . . .
mit dere Schwarzwälder em Eck,
die d Mueter zur Hochzig kriegt höt -

Ma möcht hoim!
Worom?! Ist ois!
Ma möcht ebbe hoim! Blos hoim! . . .
ond möcht wieder kloi sei
ond lache, wie man äls Bue glacht hot,
ond mit s Nachbers Gretle Dogge spiele,
ond seine Bleisoldaten ufstelle,
ond sein kloine Muck lese,
ond s stoinerig Herz,
ond seine Endeanergschichte;
ond em Frühjohr
mit feiere Schleuder
noch de Spatze schieße,
ond d Schuel schwänze,
ond uf de Felder Feuerle mache,
ond em Herbst Öpfel ond Zwetsche stehle-
-jo! Mann ist en arger Lausbue gwä!
en arger Lausbue! . . . aber nett isch doch gwä
trotz dene man äll Obed hoimkommen ist
ond trotz dene Datzen ond Hieb,
die s äll Dag fast gä hot!

Ond ma goht hoim,
ob s no so weit ist;
ond ma hilft de Baum helfe putze,
ond zend't d Lichter a'
ond fangt a' z verzählet:
wie guet ond wie schlecht s oim drusse gangen ist . . .

s ist no freile viel anderst,
äls wie ma so denkt en d'r Weite,
ond äls ma moit, daß sei müeß!
d Leut send ebben au net jönger gworden
ond manch ois scho elend wackelig uf de Füeß;
ond do ist ebbes ond felt ist ebbes,
was anderst sei könnt
ond anderst sei sott au!
. . . Jo! Jo!
wie s halt so kommt! . . .
Wann de Mueter no emol naus lauft,
ebbes nochzgucke,
goht man 'r vielleicht noch:
"kan e d'r was trage?!"
aber s ist net des! . . . a' a '!
ma will blos de Kopf an ihr Brust loine,
fangt aber uf oimol a z heule derbei,
wie'n e Kend,
ond ojne daß man oigetlich woißt worom?

Vielleicht ist s au des, was oin hoim triebe:
sich wieder emol ausheule z können
am Mueterherz -
drusse ka ma s jo net!
Do däte se s e Schand hoißen
ond oin auslache . . .
ond ma braucht s doch halt au, so zwischenei! -

Also hoim, wer no e Hoimat hot,
ond e Mueter z Haus
od'r en Vatter
od'r en - Schatz irgedwo:
om en Christbaum z han,
om wieder emol Kend z sei . . .
hoim! om z lachen ond z heule.
ond nocher en der Fremde no wieder
koi Kend meh z sei,
hoim! om z lachen ond z heule.
Ond nocher en der Fremde no wieder
koi Kend meh z sei,
sondern om so fester
ond mit neuer Kräft
uf sein Poste z standen
als Kerle! ond als Ma'!
ond als Schwob,
ond "furchtlos ond treu"!



Cäsar Fleischlen


( Das deutsche Weihnachtsbüchlein 1919)






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