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Nikolausgedichte





Endlich ist Dezember, bald kommt auch der Nikolaus und der Rupprecht in das Haus. Viele Kinder erwarten die beide mit Freude. Andere widerum, welche wohl nicht so dolle der Mama gehorcht haben, mit ein bissel Unbehagen. Der 6. Dezember ist einfach der Tag, an dem wohl viele Kinder hier in Deutschland, sehnsüchtig auf das Dämmern des Tages warten. Wann klopft der Nikolaus endlich an unsere Türe? Hoffentlich zeigt mir der Rupprecht nicht seine Rute! Wer weiß, was ich in diesem Jahr aus dem großen Nikolaussack bekomme?
Vergisst mich der Nikolaus auch nicht?
Diese und andere Fragen und Befürchtungen stehen den Kindern regelrecht ins Gesicht geschrieben. Und die Hauptfrage aller Fragen, die wohl die meisten Mütter hier imLande beantworten müssen - Wann kommt er denn endlich???
Um euch das Warten etwas zu verkürzen habe ich euch hier einige Nikolaustexte zur Verfügung gestellt. Einige sind antiquarischen Büchern entnommen, andere von Emilia.



Viel Freude beim Lesen





Sankt Niklas`Auszug


Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus,
klopft seine lange Pfeife aus
und sagt zur heiligen Kathrein:
Öl mir die Wasserstiefel ein,
bitte hol auch den Knotenstock
vom Boden und den Fuchspelzrock,
die Mütze lege oben drauf,
und schütte dem Esel tüchtig auf,
halt auch sein Sattelzeug bereit;
wir reisen, es ist Weihnachtszeit.
Und dass ich`s nicht vergeß, ein Loch
ist vorn im Sack, das stopfe noch!
Ich geh derweil zu Gottes Sohn
und hol mir meine Instruktion.

Die heilige Käthe, sanft und still,
tut alles, was Sankt Niklas will.
Der klopft indes beim Herrgott an,
Sankt Peter hat ihm aufgetan
und fragt: Grüß Gott! wie schaut`s denn aus?
und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.
Da sitzen die Englein an langen Tischen,
ab und zu Feen dazwischen,
die den kleinsten zeigen, wie`s zu machen,
und weben und kleben die niedlichsten Sachen,
hämmern und häkeln, schnitzen und schneidern,
fälteln die Stoffe zu zierlichen Kleidern,
packen die Schachteln, binden sie zu
und haben so glühende Bäckchen wie Du.
Herr Jesus sitzt an einem Pult
und schreibt mit Liebe und Geduld
eine lange Liste. Potz Element,
wie viel artige Kinder Herr Jesus kennt!
Die sollen die schönen Engelsgaben
zu Weihnachten haben.

Was fertig ist, wird eingesackt
und auf das Eselchen gepackt.
Sankt Niklas zieht sich recht warm an;
Kinder, er ist ein alter Mann,
und es fängt tüchtig an zu schnein,
da muss er schon vorsichtig sein.

So geht es durch die Wälder im Schritt,
manch Tannenbäumchen nimmt er mit;
und wo er wandert, bleibt im Schnee
manch Futterkörnchen für Hase und Reh.
Aus Haus und Hütte strahlt es hell,
da hebt er dem Esel den Sack vom Fell,
macht leise alle Türen auf,
jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf:
Sankt Niklas, Sankt Niklas,
was hast du gebracht?
was haben die Englein
für uns gemacht?
"Schön Ding, gut Ding,
aus dem himmlischen Haus;
langt in den Sack! Holt euch was raus!"



Paula Dehmel





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