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Heiligabend - Christnacht



Das Jahr geht zur Neige und die Weihnachtszeit ist aufgeblüht. An den Fenstern Weihnachtsschmuck in den Straßen leuchtende Weihnachtssterne und eine wundervolle Weihnachtsbeleuchtung die uns den Weg in die vielen Läden weist, in deren Auslagen die buntesten Weihnachtsträume liegen, von Puppen, Eisenbahnen, Schaukelpferde über Goldringe, Halsketten und Uhren bis hin zu Handwerkgeräte die, man mag es kaum glauben, auch zu Weihnachten die Herzen der Handwerker höher schlagen lassen.
Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein und anderen Heißgetränken, verführen uns zum Innehalten, zum Plauschen mit Freunden oder Fremden.

Weihnachtszeit frohe Zeit - recht besinnlich sollte sie sein!!

Aber dann ist es endlich soweit und der Heilige Abend steht vor der Tür. Die Stimmern werden leiser, ja selbst der Straßenlärm dämpft seine Stimme in der Heiligen Nacht.
Um euch das Warten etwas zu verkürzen habe ich euch hier einige Weihnachtstexte zur Verfügung gestellt. Einige sind antiquarischen Büchern entnommen, andere von Emilia.



Viel Freude beim Lesen





Mein Heiliger Abend



Wirbelnde Flocken und glänzende Fenster
Einsame Straßen . . .
Plötzlich im Zitterlicht einer Laterne
Seh' ich ein blasses, verschüchtertes Mädchen,
Trifft mich ein Leuchten aus suchenden Augen
Und eine hastig geflüsterte Frage . . .
Wirbelnde Flocken und glänzende Fenster
Einsame Straßen -
An meiner Seite statt endloser Leere
Fühlt' ich ein nahes, lebendiges Leben,
Sah ich zuweilen
Eines gesenkten Gesichtes Profil. - -
In meiner Stube
Brannte behaglich im Ofen das Feuer.
Rasch war die Lampe entzündet und zierlich
Ließ sich die Kleine des Mantels entkleiden,
Legte den Hut ab und strich mit den schmalen,
Traurigen Händen sich ordnend das Haar,
Warf einen heimlichen Blick in den Spiegel,
Sah zu mir auf dann . . .
Aber seltsam, zugleich mit dem ihren
Traf mich ein Blick aus dem Bild meiner Mutter
Und entzündete tief mir im Herzen
Zahllose Lichter . . .
Sollt' ich mit lieblosen Händen sie löschen?
Sollten sie heute
Nur in die eigene Seele mir scheinen?
Durft' ich die kleine Gefundene wieder
Einsam sich draußen verlieren lassen? -
Rasch war von Zeitungen, Büchern und Mappen
Auf dem Sofa ein Eckchen entlastet
Unter dem schirmenden Bild meiner Mutter.
Zwischen uns brannte verschleiert die Lampe,
Und durch das lange, verlegene Schweigen
Zogen die Engel der heiligen Nacht . . .
Endlich erwachte ein leises Geplauder,
Vorsichtig wagte sich Jugenderinnern,
Wagten sich trauliche Bilder hervor.
Und dann hört ich die alte Geschichte
Von getäuschtem Vertrauen und Schande.
Und ich sah, was die Lippen verschwiegen,
Ahnte den Fortgang des Wegs und sein Ende.
Leise weinend verstummte das Mädchen. -
Durch meine Seele
Zitterte bang eine schmerzliche Frage,
Die meine Schuld mir am Elend der andern,
Der mißhandelten Seele enthüllte . . .
Arme Seelen, die nie sich begegnet
Und miteinander doch schuldig geworden. -
Aber noch brannten in meinem Herzen
Alle die Lichter des heiligen Abends,
Und in dem reinen Geleucht ihrer Flammen
Schlug der Erlöser die Augen auf . . .

Du meine arme, verlorene Schwester
Unter dem schirmenden Bild meiner Mutter
Weine nicht länger!
Uns ist heute der Heiland geboren,
Der meine Seele mich und die deine
Lieben und ehren und schützen lehrt.
Und seiner Mutter rührende Züge
Seh' ich in deinem verweinten Gesicht . . .


Wilhelm Langewiesche






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